Wiedeking ist nicht so übel, wie so viele sagen!

Kurz mal das Thema umreißen: Wiedeking ist Chef von Porsche, der mit viel Eigenkapital in den 90er Jahren die marode Firma wieder auf Erfolgskurs brachte, und genau durch diese Eigenkapitaleinlage berechtigt die bislang höchste Auszahlung eines Managers in Deutschland bekam. Darum soll es aber hier nicht gehen.

Der zweite im Bunde ist Holger Härter, der Finanzchef und das Hirn von Porsche, dem es gelang, mehr Gewinn als Umsatz zu erzielen, was ansich unmöglich ist. Aber auch darum soll es nicht gehen.

Kern ist das Finanzkonstrukt, mit dem die beiden VW übernehmen wollten, was vermutlich nicht gelungen sein wird, denn in den nächsten Tagen wird VW sicherlich seinerseits Porsche in einen neuen Dach-Konzern eingliedern. Ich komme dem eigentlichen Thema näher.

Das Finanzkonstrukt sah in etwa so aus: Banken gaben Porsche Kredite in Form von am Markt für Porsche als Zwischenhändler erworbenen Optionen auf Aktien von VW. So konnte der Autobauer versteckt operieren, niemand bekam mit, dass Porsche bereits 74% in Aktien und Optionen an VW hielt, vor allem nicht die Hedge-Fonds, die auf einen fallenden Kurs von VW gesetzt hatten. Und hier komme ich zum Kernpunkt.

Es ist nicht das verdeckte Operieren oder der vielleicht zu unterstellende Größenwahn, sondern die Tatsache, auf die ich hinaus möchte, als die Börse VW mit über 1000 Euro pro Aktie bewertete, nur noch 5,8% der Aktien in Streubesitz am Markt verfügbar waren und Porsche sich dazu entschloss, die Blase, die von den oben genannten Hedge-Fonds platzen zu lassen, indem Porsche auf 5% der bereits erworbenen Optionen verzichtete und diese wieder in den Handel brachte, damit der Welthandel nicht einen weiteren Schock erleben musste. Diese Handlung ist Wiedeking und Härter hoch anzurechnen.

Und ich bleibe dabei, auch wenn es im zweiten Link anders dargestellt wird: Es gab nur einen einzigen Faktor, der das Konzept Wiedeking/Härter durchkreuzte: Der Fall Lehman-Brothers. Aber der Grund, warum Wiedeking gehen wird, ist die Unverträglichkeit mit Piech und das ist auch OK so, aber nicht, weil er kein exzellenter Stratege war. Riskoreich, ja sehr. Aber auf der anderen Seite: wen hat es denn bei Porsche getroffen? Die einzige Entlassung bei Porsche wird Wiedeking sein.

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